Story
Schlachtbericht: Karthax-Dom, Atemturm Heliox
Ein grimdark Schlachtbericht über das Aufeinandertreffen von Death Guard und Alpha Legion auf der Mondoberfläche von Verrucis Secundus.
Die Stille vor dem Gemetzel
Auf der Oberfläche von Verrucis Secundus gab es keinen Wind. Keine Wolken. Kein Donnern. Nur Stille.
Schwarze, absolute Stille unter einem Himmel, der so leer war, dass selbst die Sterne wie Wunden wirkten. Der Aschestaub des Mondes lag in grauen Schichten über zerborstenen Plattformen, eingefallenen Förderstraßen und den gewaltigen Außenringen von Karthax-Dom – jener alten Kuppelstadt, die wie ein verrosteter Leichnam auf dem Regolith ruhte.
Über allem ragte der Atemturm Heliox auf: ein monströser Lebenserhalter aus vergangenen Jahrhunderten, ein Nadelstich aus Stahl, Kabeln und litaneiüberzogenen Kühlrippen, der die Druckzonen, Filteranlagen und Notabschottungen der Stadt kontrollierte.
Wer Heliox hielt, hielt die Lunge des Mondes. Wer Heliox verdarb, verdarb den ganzen Dom.
Und genau darum kamen sie.
Der erste Schlag der Alpha Legion
Die ersten, die den Sektor betraten, waren die Krieger der Alpha Legion – bereits tief in den toten Schächten, Wartungsgängen und stillgelegten Schleusenringen verteilt, lange bevor der offene Aufmarsch begann.
Keine Siegeshymnen, keine Predigten. Nur präzise Befehle, kalte Disziplin und das trockene Knistern von Voxkanälen, die von den Hydrakriegern systematisch gestört wurden. Wo Signale hätten klar laufen müssen, war plötzlich Rauschen. Wo automatische Geschütze hätten zielen sollen, verriegelten sich die Systeme. Unsichtbare Hände hatten dem Schlachtfeld schon vor dem ersten Schuss die Nervenbahnen durchtrennt.
Vashtorr selbst führte den Stoßkeil.
Der Arkifane trat nicht wie ein Feldherr auf. Eher wie ein wandernder Maschinenfluch. Sein Leib war ein Gräuel aus Metall, Schmiedefeuer und dämonischer Geometrie, ein wandelnder Altar aus Ketten, Klingen und glühenden Runen. Über ihm summten Drohnenfragmente und unheilige Mechanismen, als würde selbst die Technik in seiner Nähe die Form von Gebeten vergessen.
Seine Aufgabe war klar: den Bereich um Heliox sichern, die Zugänge halten, Omega verriegeln.
Mit ihm stürmten zwei angegliederte War Dogs vor – rasende Bestien aus Adamantium, Kolben und heulenden Reaktoren. Sie sprangen über Trümmerfelder, rissen durch geborstene Barrikaden und zermalmten mit jedem Schritt den Mondstaub zu feinem Nebel. Hinter ihnen brachten Trupps der Alpha Legion ihre Waffen in Stellung, während Terminatoren methodisch die Flanken abriegelten.
Das Feuer auf die Seuchenwandler
Dann sahen sie die Seuchenwandler.
Langsam. Schwankend. Zahllos.
Sie schoben sich durch die Ruinen am Rand der Druckzone wie eine kranke Flut, unförmige Gestalten mit geplatzter Haut, offenen Rippen, triefenden Wunden und Augen, die längst nichts mehr sahen. Die Death Guard hatte das Gebiet bereits vorbereitet. Was die Alpha Legion zunächst für wertloses Aas hielt, war in Wahrheit ein wallender Schutzschirm aus Fleisch, Schmutz und Beharrlichkeit.
Einer der War Dogs eröffnete das Feuer.
Autokanonen und Splittergeschosse rissen durch die Poxwalker-Reihen wie eine Sense durch nasses Gewebe. Körper platzten in Lautlosigkeit auseinander, Arme flogen in grotesken Bögen durch den Staub, Schädel barsten und verteilten schwarze Klumpen gefrorenen Blutes auf den Stahlplatten. Einige Leichen wurden von der Wucht der Salven meterweit zurückgeschleudert, prallten gegen Schotts und brachen in sich zusammen wie leere Säcke.
Doch es waren zu viele.
Wo einer fiel, wankten drei weitere nach. Wo eine Lücke entstand, kroch sie wieder zu – mit Händen, die nur noch aus Knochen und Sehnen bestanden. Der War Dog metzelte sie dutzendweise nieder, aber der Strom brach nicht.
Gleichzeitig rückte die Infanterie der Alpha Legion mit tödlicher Effizienz vor. Ein Trupp Terminatoren verließ die Aufstellungszone, stapfte durch die Ruinen eines alten Schleusenknotens und besetzte einen breiten Korridor aus Wartungsplattformen und Transportstegen. Von dort aus kontrollierten sie eine ganze Flanke des Schlachtfelds.
Der Vorstoß der Death Guard ins Zentrum
Doch die Death Guard brach nicht.
Unter dem Druck der ersten Salven rückten die Söhne Mortarions vor, als hätte man sie mit Gewalt aus einer Gruft gerissen. Langsam, schwer, ungerührt. Kein Hast, kein Zögern. Nur dieser widerwärtige, unaufhaltsame Tritt, der aus jedem Schritt eine Drohung machte.
Ein Rhino schoss aus einer zerfetzten Seitenstraße hervor, seine Panzerplatten von Rostblasen überzogen, die Auspuffrohre husteten eine dicke, faulige Wolke in die Kälte des Mondes. Das Fahrzeug preschte an den Linien vorbei, ignorierte einschlagende Projektile, rammte sich durch Barrikadenreste und schob sich mitten ins Zentrum der Schlacht.
Am Zielpunkt angekommen rissen die Luken auf.
Seuchenmarines quollen aus dem Inneren wie Eiter aus einer aufgerissenen Wunde. Verrostete Servorüstungen, grünliche Panzerplatten, Helme voller vernarbter Segenszeichen. Aus geborstenen Schläuchen tropften Öle und Schleime. Ihre Bolter spuckten keine sauberen Feuerstöße, sondern dumpfe, kranke Detonationen.
Sie sicherten den Bereich in Sekunden, legten Feuerkorridore an und stemmten sich in die Deckung der zerfetzten Infrastruktur. Das war kein eleganter Vormarsch – das war Besitznahme durch Verfall.
Hinter ihnen kam die Nachhut: ein Fürst der Virulenz, massig und schweigend, begleitet von einer Deathshroud-Eskorte. Die Terminatoren des Seuchengottes schritten wie wandelnde Grabsteine durch den Schutt, ihre Sensenblätter stumpf vom alten Blut.
Typhus schlägt aus dem Nichts zu
Dann riss die Realität auf.
Auf dem Terrain des Feindes, hinter den Feuerlinien der Alpha Legion, materialisierte sich Typhus.
Keine heroische Teleport-Salve. Kein glatter Eintritt. Eher ein schmutziger Riss in der Welt, aus dem Kälte, Fliegen und ein Gestank krochen, der selbst durch Filtermasken und Rüstungsversiegelungen drang. Mit ihm kamen weitere Deathshroud – stumm, eng um ihren Herrn, wie schwarze Mönche der Verwesung.
Die Reaktion der Alpha Legion kam sofort – aber einen Herzschlag zu spät.
Die Death Guard eröffnete auf allen erreichbaren Achsen das Feuer. Seuchenmarines hämmerten aus dem Zentrum, der Fürst der Virulenz ließ seine Waffen sprechen, und aus der Flanke dröhnte die Faulgasdrohne heran. Ihr korrodierter Leib summte wie ein Insekt aus der Hölle, während sie über Trümmer hinwegschwebte und den War Dog mit schleimigem Feuer eindeckte.
Gleichzeitig warf sich ein Trupp Seuchenkrieger in den Nahkampf gegen den ersten der beiden Kriegshunde.
Der Fall des ersten War Dogs
Metall kreischte. Kettenglieder platzten.
Der Carnivore stieß mit seinen Klauen in die Masse und riss zwei Seuchenmarines förmlich auseinander – einer wurde an der Hüfte getrennt, der andere schlug mit gebrochenem Rückgrat gegen eine Wand und glitt in sich zusammen. Aber die Death Guard wich nicht zurück. Sie klammerte sich an den Koloss, hackte, stach, schoss aus nächster Nähe in Gelenke und Kühlrippen.
Über ihnen kreiste die Faulgasdrohne und setzte genau in dem Moment nach, als der War Dog die Linie erneut durchbrechen wollte. Eine Salve, ein Treffer in eine bereits geschwächte Panzernaht, dann ein zweiter Einschlag.
Der Kriegshund brach.
Er knickte erst auf einer Seite weg, drehte sich taumelnd in den Staub und wurde noch im Fallen von Seuchenklingen und Bolterfeuer traktiert. Dann detonierte der Reaktor. Kein sauberer Feuerball, sondern eine schmutzige Explosion aus schwarzem Rauch, Metallsplittern und brennenden Ölen.
Panzerfragmente schlugen in die Umgebung ein, rissen einem Poxwalker den Kopf ab, zerfetzten einem Alpha- Legionär den Arm und warfen Seuchenmatsch und Asche über das halbe Zentrum.
Das war der Schlüsselmoment der Schlacht.
Typhus und der psionische Schlag gegen den zweiten War Dog
Für einen einzigen, kostbaren Augenblick verlor die Alpha Legion ihre Feuerüberlegenheit auf dieser Achse.
Typhus nutzte ihn.
Der Herold des Seuchengottes hob die Sense und entfesselte seine psionischen Kräfte. Der Mondstaub begann um ihn herum zu kreisen, als würde die Schwerkraft husten. Grünliches Licht kroch über die Klingen seiner Eskorte, und aus den Filtern der gegnerischen Rüstungen drang plötzlich dunkler Schleim.
Der zweite War Dog wurde von einer unsichtbaren Woge getroffen – erst stotterten seine Bewegungen, dann platzten Segmente aus der Panzerung, als würden sie von innen heraus verfaulen. Leitungen rissen, Servos blockierten, ein Auge der Maschinenbestie flackerte und erlosch.
Der Schaden war massiv. Nicht tödlich, aber tief.
So manifestierte sich die Death Guard in der Mitte des Feldes: nicht als Speerspitze, sondern als Pestknoten. Sie stand da, fraß Feuer, blutete Eiter, verlor Krieger – und harrte aus.
Die Alpha Legion schlägt zurück
Dann kam die Antwort.
Der Fall des War Dogs provozierte die Alpha Legion bis zur Raserei. Wo vorher Disziplin gewesen war, trat nun Wut hinzu – nicht ungeordnet, aber gnadenlos. Die Hydrakrieger schlossen die Reihen, verlagerten ihre Feuerachsen und drehten alles, was sie hatten, auf Typhus und seine hinter den Linien materialisierte Eskorte.
Voxsignale der Alpha Legion flackerten durch die Kanäle, markierten Zielvektoren und lockten die Deathshroud in überkreuztes Feuer.
Typhus und seine Männer wurden umzingelt.
Bolterfeuer prasselte aus mehreren Winkeln in die Deathshroud ein. Plasmasalven glühten über ihre Panzer, Kettenwaffen kreischten in Bereitschaft, und aus dem Halbschatten stießen Warp Talons heran – verzerrte Jäger mit Klauen aus Wahnsinn.
Ein Drittel von Typhus’ Gefolge fiel unter diesem Beschuss. Selbst die Segenshüllen der Deathshroud konnten nicht alles auffangen.
Das Schlachthaus im Rücken der Alpha Legion
Dann kam der Nahkampf. Und er wurde für die Alpha Legion zum Schlachthaus.
Was als Exekution geplant war, verwandelte sich in ein Gemetzel. Die Nahkampfwaffen der angreifenden Truppen – Kettenäxte, Klingen, Klauen – fanden kaum Halt in den seuchenverkrusteten Panzerplatten der Deathshroud. Treffer glitten ab, bissen sich fest, ohne tief genug zu schneiden, oder versanken in Schorf und verfaulter Masse, während die Deathshroud weitergingen wie Henker in einer Erntehalle.
Dann hoben sie ihre Sensen.
Die erste Bahn durchschnitt einen Alpha-Legionär vom Schlüsselbein bis zur Hüfte. Der Leib öffnete sich in zwei Hälften, Gedärme und zerrissene Organbeutel schwappten in den Staub. Der nächste wurde von unten erwischt; Beine, Becken und Unterleib trennten sich in einer einzigen Bewegung.
Ein Warp Talon sprang auf einen Deathshroud zu, Klauen voran, und wurde mitten im Sprung von Typhus’ Sense getroffen – nicht gestoppt, sondern in der Luft entzweigeteilt. Die beiden Hälften schlugen wie nasse Fleischsäcke auf den Boden.
In den engen Korridoren hinter der Front stand bald das Blut knöcheltief. Dunkel, dick, teilweise schon mit Mondstaub vermischt zu einem schwarzen Schlamm. Eingeweide hingen wie Kabel aus zerfetzten Torsi. Köpfe rollten gegen Schottwände. Ein Helm mit noch glühender Linse blickte aus einer Lache aus Öl und Organmasse ins Nichts.
Die Deathshroud wateten hindurch, langsam und gleichmäßig, als würden sie ein Feld abmähen. Jeder Schritt ein Tod. Jeder Hieb ein Urteil.
Doch am Horizont, zwischen den Gittertürmen und den geborstenen Kühlschächten, zeichnete sich eine neue Silhouette ab:
Vashtorr kam näher.
Das zweite Gemetzel an der Flanke
Während Typhus im Rücken der Alpha Legion ein blutiges Loch in die Linien riss, tobte auf der anderen Seite des Schlachtfelds ein zweiter Nahkampf von kaum geringerer Grausamkeit.
Dort traf ein Bataillon Seuchenmarines auf ein Truppengemisch aus Alpha-Legionären und Terminatoren, die den Seitenkorridor Richtung Heliox gehalten hatten.
Was dort geschah, war kein Duell, sondern Zermürbung in Reinform: Bolter auf kürzeste Distanz, Klingen in rostigen Lücken, Faustwaffen gegen Panzerplatten, die längst eher aus Kruste als aus Metall bestanden.
Ein Terminator der Alpha Legion rammte seine Energiefaust in den Brustkorb eines Seuchenmarines, zerdrückte Rippen, Lunge und Reaktor in einem einzigen Schlag – doch der Getroffene fiel nicht sofort, sondern hieb dem Terminator noch die Klinge in die Halsverkleidung, bevor er zusammensackte.
Ein anderer Alpha-Legionär wurde von einem Pestmesser unter der Achsel erwischt; als er zurücktaumelte, platzte seine Rüstung innen auf, als hätte die Klinge Krankheit statt Stahl in ihn getragen.
Die Verluste auf beiden Seiten waren brutal.
Doch die Death Guard hatte Ausdauer – und Unterstützung.
Die Faulgasdrohne verlegte ihre Feuerbahn und spuckte aus der Flanke in die Front der Alpha Legion. Gleichzeitig feuerte das Rhino aus der Mitte in den Nahkampfsektor. Unter diesem Druck brach die gegnerische Stellung schließlich.
Als die letzten Terminatoren fielen, standen nur noch verbeulte Rüstungen, zerborstene Schilde und ein Haufen dampfender Leiber in der Gasse.
Diese Seite des Schlachtfelds gehörte nun der Death Guard.
Der Seuchenknoten im Zentrum
Auch in der Mitte hielten die Truppen des Seuchenlords stand.
Der Fürst der Virulenz, flankiert von seiner Deathshroud, verwandelte die zentrale Zone in einen widerwärtigen Bollwerk aus Fleisch, Rost und Beharrlichkeit. Mehrfach versuchte die Alpha Legion, das Zentrum zu knacken, doch jedes Mal traf sie auf zähen Widerstand, auf Gegenfeuer aus fauligen Läufen und auf Krieger, die selbst mit offenen Bäuchen und gebrochenen Gliedern noch nicht umfielen.
Der Mond schien zu kippen. Karthax-Dom lag unter den Stiefeln der Death Guard.
Nur Omega hielt.
Omega, Vashtorr und der erzwungene Rückzug
Omega – der wichtigste Punkt. Die Verriegelung des Atemturms. Der Schlüssel, der aus Heliox entweder eine Lunge oder eine Waffe machen konnte. Und genau dort stand Vashtorr.
Als der Arkifane das Getümmel um Typhus erreichte, änderte sich der Rhythmus des Kampfes. Wo vorher rohe Gewalt und Seuchenbeharrlichkeit dominiert hatten, trat nun etwas anderes hinzu: kalte, dämonische Konstruktion.
Um Vashtorr herum kreischten Mechanismen, Maschinen splitterten, und selbst beschädigte Systeme begannen in seiner Gegenwart wieder zu laufen – nicht sauber, nicht stabil, sondern auf eine kranke, fremde Weise. Er trat in den Nahkampf wie ein Schmied in seine Esse.
Typhus und die verbliebene Deathshroud hielten dagegen. Sie töteten weiter. Sie schnitten Legionäre nieder, zertrümmerten Warp Talons, machten aus jedem Meter Boden einen Haufen toter Feinde. Aber der Ring wurde enger. Beschuss von außen, Druck von vorn, Vashtorrs Präsenz wie ein Amboss.
Schließlich mussten sie weichen.
Nicht in Panik. Nicht gebrochen. Aber gedrängt.
Jeder Schritt zurück war erkauft mit Blut. Ein letzter Deathshroud stellte sich quer, fing eine Salve und einen Hieb ab, damit Typhus aus dem Kessel ausbrechen konnte. Seine Rüstung wurde geöffnet wie eine Konservendose, sein Leib zerfiel in schmierige Stücke auf den Stahlplatten – und dennoch stand er noch einen Atemzug länger, die Sense halb erhoben.
Dann stürzte er.
Typhus zog sich zurück, von den Resten seiner Eskorte abgeschirmt, den Zorn des Seuchenvaters wie einen Nebel um sich.
Die Death Guard erobert das Schlachtfeld
Und während dort, bei Omega, die Alpha Legion ihren blutigen Restpunkt hielt, geschah auf dem restlichen Feld das Gegenteil:
Die Death Guard überrollte die Karte.
Straße um Straße. Plattform um Plattform. Schleusenhof um Schleusenhof. Die Alpha Legion wurde zurückgedrängt, aufgerieben, beinahe vollständig vernichtet. Was nicht fiel, wich. Was nicht weichen konnte, wurde unter Klingen, Schleim, Bolterfeuer und fauligem Rauch begraben.
Selbst ihre Sabotage – Fehlsignale, falsche Zielmarken, Nadelstiche aus dem Schatten – konnte den Zusammenbruch der Front nicht mehr verhindern. Zu viel war gefallen. Zu viele Trupps waren im Mahlwerk der Seuche zerrieben worden.
Am Ende stand die Death Guard auf einem Schlachtfeld, das ihr gehörte.
Überall lagen Leiber der Alpha Legion: zerschnittene Terminatoren, aufgerissene Legionäre, verstümmelte Warp Talons, deren Klauen noch in den Stahl gerammt waren. Dazwischen die eigenen Toten: Seuchenmarines, die endlich still waren, Deathshroud mit zersplitterten Masken, Poxwalker in Haufen aus Fleisch und Knochen.
Ein Sieg, so sah es aus.
Der bittere Ausgang
Doch Heliox blieb unverseucht.
Omega war verriegelt.
Vashtorr lebte.
Er war am Ende beinahe allein, ein dunkler, glühender Schatten zwischen rauchenden Konsolen und verriegelten Kontrollpulten, umgeben von den Toten seiner eigenen Seite – und dennoch der Träger des eigentlichen Erfolgs. Der Turm war gesichert. Die Verseuchung unmöglich gemacht. Die Lunge des Doms blieb unter Schloss und Fluch.
Die Death Guard hatte das Schlachtfeld gewonnen. Die Alpha Legion hatte das Ziel gehalten.
Ein Pyrrhussieg aus kaltem Stahl, verschleierter Taktik und dämonischer Schmiedekunst – getragen von einem einzigen Überlebenden, der mehr Maschine, Fluch und Amboss war als Wesen.
Und über allem stand die bittere Wahrheit:
Der Mond gehörte nun den Söhnen Mortarions. Ihre Banner hingen über den Ruinen. Ihre Seuchen krochen durch die Gassen, fraßen sich in Leitungen, Wasserreservoirs und Fleischreste. Karthax-Dom war verloren. Die Oberfläche war ihr.
Aber der Atemturm blieb verschlossen.
Die große Verseuchung, das eigentliche Werk, der tiefe Sieg – er war ihnen verwehrt.
Heliox atmete weiter. Krank. Stotternd. Verriegelt.
Und irgendwo, jenseits von Fleisch, Sternen und Verstand, war Nurgle nicht zufrieden.